(c) Pfarre Maria Treu
Piaristenkirche, Stich 1780

Geschichte des Bauwerks

Um armen Kindern Schulunterricht zuteil werden zu lassen, gründete der Hl. Josef von Calasanz (1557-1648, 1767 heiliggesprochen) 1597 in Rom den Orden der Väter von den frommen Schulen (Patres scholarum piarum). Sein erstes Kollegium in Österreich konnte der Orden 1657 in Horn, NÖ, gründen. Obwohl er schon seit 1625 in Wien Fuß fassen wollte, erhielt er erst am 4. Juli 1697 nach einer Audienz des Horner Rektors bei Kaiser Leopold I. die Erlaubnis zur Gründung einer Niederlassung in der seit 1690 neu angelegten Vorstadt, die 1705 anläßlich der Krönung Josefs I. den Namen Josefstadt erhielt. Am 16. November 1701 konnte in einem bereits vollendeten Klostertrakt mit dem Unterricht begonnen werden. Damals wurden drei untere deutsche und zwei obere lateinische Klassen mit zusammen 453 Schülern geführt. 1726 nahm der Trakt in der Piaristengasse weitere 244 Schüler auf Dieser immer größer werdende Andrang und die 1731 erfolgte Bewilligung Papst Clemens XII., auch Kinder reicher und vornehmer Eltern in die Schulen aufzunehmen, mußte zwangsläufig zu einem Konflikt mit den Jesuiten, dem traditionellen Wiener Schulorden, führen, der erst 1735 beigelegt wurde. Die Pfarrseelsorge in der Josefstadt wurde den Piaristen am 18. Dezember 1719 übertragen, deren Pfarre ursprünglich das ganze Gebiet des VIII. Bezirkes umfaßte, aber 1783 und 1898 durch Abtrennung neuer Pfarren auf die heutige Größe gebracht wurde.

Die Kirche Maria Treu steht im Rang einer Basilika minor.

Unter den hier tätig gewesenen Ordensleuten finden wir hervorragende Schulmänner, gesuchte Seelsorger und Prediger, Künstler und Musiker, aber auch bedeutende Wissenschafter, deren Werke heute noch Klang und Namen besitzen. Sie alle haben von hier aus österreichische Kultur mitgeformt und mitbestimmt. Heute führt das Kollegium die Ordensvolksschule mit Halbinternat.

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